Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite iPad Warum iPads?

Gründe für den Einsatz von iPads zum Lernen

FT.PNGWas ist das Besondere an iPads? Sind das nicht einfach nur Laptops ohne Tastatur?

Für mich sind iPads weder Laptops ohne Tastatur noch etwas größere mobile phones, sondern eine völlig neue Art von Computer. Bei allen Ähnlichkeiten erschließt sich die Andersartigkeit erst in der Benutzung. Das Gerät wird fast ausschließlich direkt haptisch bedient, d. h. sein Interface und die Programme werden durch direkte Manipulation mit den Fingern des oder der Benutzer bedient und verändert.

Im Gegensatz zum Laptop oder zu Desktop-Computern ist das Gerät sofort nach dem Start einsatzbereit. Und es ist sehr leicht und hat eine lange Akku-Laufzeit, damit ist es äußerst portabel.

Es lässt sich in seiner Funktionalität individuell anpassen und beliebig erweitern, durch zusätzliche Hardware aber vor allem durch die sogenannten apps, also Programme, die aus dem iPad eine Videokamera machen können, ein Präsentationinstrument, einen Vokabeltrainer, eine Wetterstation usw. usw. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und täglich kommen neue apps hinzu.

Außerdem passt sich das Gerät in gewisser Weise seinem Nutzer an und »weiß« etwas über ihn. So kann es über GPS feststellen, wo er sich zur Zeit befindet, es »weiß«, wie es gehalten wird und in welche Richtung.

Neben Texten und Bildern kann es auch Videos und Tondateien wiedergeben, eine Recherche im Internet ist ebenso möglich wie das Abrufen von E-Mails und es lässt sich dank seines Tongenerators als elektronisches Musikinstrument einsetzen.

Die Firma UID hat in einer äußerst interessanten Studie zur hedonischen Qualität des neuen iPhones den hohen motivatorischen Nutzen für die Benutzer nachgewiesen. Ich sehe dieses emotionale Merkmal ebenso beim iPad: man fühlt sich wohl, wenn man mit dem Gerät arbeitet, es macht Spass, das Gerät wirkt sehr wertig und seriös. Alles dies sind sehr hilfreiche Voraussetzungen, um moderne Technologien in den Alltag zu integrieren.

 

Welche Vorteile bieten iPads beim Einsatz in Schulen und Hochschulen?

»Menschen sind lernfähig, aber unbelehrbar.« hat Horst Siebert einmal geschrieben.

Ich sehe seit Jahren die große Entwicklung im Paradigmenwechsel vom Lehren zum Lernen. Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts diskutieren wir intensiv, was konstruktivistische Lerntheorien (inzwischen durch die Hirnforschung fundiert) für den Unterricht bedeuten. Und was in der Erwachsenenenbildung und der beruflichen Bildung inzwischen fast schon der Standard ist, fehlt oft noch im Schulalltag: das selbständige, eigengesteuerte Lernen in Projektgruppen, das explorative (entdeckende) Lernen, das kollaborative Lernen und das fächerübergreifende Lernen. Ich will nicht sagen, dass es das an deutschen Schulen nicht gibt, aber es gibt diese Lernformen noch viel zu selten. Der lehrerzentrierte Unterricht neigt dazu, die Beteiligten zu frustrieren und ist für alle sehr anstrengend.

Hier kommen nun die iPads ins Spiel. Für mich sind das trojanische Pferde, die den Unterricht verändern können. Denn diese Geräte sind zunächst mal nicht Schulbücher oder Wiedergabegeräte für Lehrfilme, sondern Werkzeuge, um sich mit etwas auseinanderzusetzen, Themen zu erkunden, zu recherchieren, auszuprobieren und die Ergebnisse zu dokumentieren und zu präsentieren. Die Erfahrungen an der Eichelgartenschule zeigen genau dies, dass nämlich schon Erstklässler mit diesem »Werkzeug« arbeiten und souverän ihre Arbeitsergebnisse präsentieren können. Das iPad ermöglicht als nicht nur das explorative und kollaborative Lernen, sondern verleitet geradezu dazu. Hierdurch wird Unterricht anders, auch die Rolle der Lehrer, die in eine Lernbegleiterrolle hineinwachsen werden. D. h.

  • Schüler werden vom Rezipienten zum Produzenten
  • das Lernen wird individualisiert und biete auch schwächeren Schülern neue Perspektiven
  • das gemeinsame Lernen wird durch Projektarbeit gefördert
  • Medienkompetenz wird dabei massiv erworben
  • Technologien speziell Computer werden ein natürlicher Teil des Unterrichts, gleichzeitig bekommen sie eine »dienende« Funktion und stehen nicht mehr so stark im Mittelpunkt, wie dies beim Unterricht im Computerraum der Fall war

 

Wie lassen sich diese Geräte in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung einsetzen?

Hier gilt zunächst einmal das, was auch für die Schulen gilt. Hinzu kommt aber ein Merkmal, das bisher in Schulen nur eine geringe Rolle spielt – das informelle Lernen. Mit dem iPad kann man ebenso wie mit mobile phones überall und zwischendurch lernen, kann man die sozialen Netze nutzen (Stichwort Web 2.0), kann man mal schnell während der Arbeit etwas nachschlagen oder abrufen (z. B. im Krankenhaus oder im Einzelhandel), ohne einen Computerarbeitsplatz zu benötigen. Das Potential ist sehr groß und reale Lernräume können mit diesen Geräten eine virtuelle Erweiterung erfahren. Hier gilt es nun, innovative und praxiserprobte Konzepte zu entwickeln.

Artikelaktionen