Lerntagebücher
Was ist das?
Ein Lerntagebuch ist ein Tagebuch, in das Lerner regelmäßig etwas über ihre Auseinandersetzung mit einer bestimmten Thematik hineinschreiben und sich auf diese Weise mit ihrem eigenen Lernprozess und der Thematik auseinandersetzen. Es kann ein Heft, eine Kladde, ein gebundenes Buch sein oder auch irgendeine elektronische Form haben. Manche Blogs sind eine öffentliche Form von (Lern-)Tagebüchern.
Wozu ist das gut?
Durch die regelmäßige und persönliche Auseinandersetzung mit einer Thematik reflektiert man seine eigene Position dem Thema gegenüber, macht sich Fragen und Unklarheiten ebenso bewusst wie das, was deutlich und wichtig geworden ist. Damit wird der Lernprozess nicht als etwas wahrgenommen, was einfach stattfindet, sondern der Lerner beobachtet sich selbst im Lernprozess und erlebt sich als aktive Beteiligter. Durch das Schreiben von Lerntagebüchern kommt es zu besseren Lernerfolgen, was wissenschaftlich nachgewiesen ist (Gläser-Zikuda, Michaela [Hrsg.], Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und beurteilen : Lerntagebuch und Portfolio in Bildungsforschung und Bildungspraxis, Bad Heilbrunn : Klinkhardt, 2007).
Wie erstelle ich ein Lerntagebuch?
- Wählen Sie ein Format für Ihr Lerntagebuch (Heft, Kladde, Word-Datei, Note-Datei, Blog etc.).
- Beginnen Sie und schreiben Sie jeden Tag oder wenigstens jedesmal nach der Lehrveranstaltung einen Eintrag. Dabei geht es weniger um die exakte Dokumentation des Ablaufs und der Inhalte der Lehrveranstaltung, sondern darum, was Ihnen persönlich klar geworden ist, was Sie emotional bewegt und was Ihnen noch unklar ist. Es geht darum, dass Sie Ihre Position dem Thema gegenüber und innerhalb der Lehrveranstaltung reflektieren und dokumentieren.
Wichtig: Das Lerntagebuch ist genauso wie ein "normales" Tagebuch eine persönliche Sache. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um Ihre subjektive Auseinandersetzung mit dem Lernprozess.
Weitere Quellen
Werner Stangl: Lerntagebücher als Werkzeug für selbstorganisiertes Lernen

